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Neuer Anzeiger 5. April 2019

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Seite 8 NEUER ANZEIGER

Seite 8 NEUER ANZEIGER für das AachThurLand und die Region Bürglen Freitag, 5. April 2019 Bürglen Weinfelden Eine Arche Noah für Amphibien Bürglen. Zwischen Bürglen und Opfershofen liegt das Naturschutzgebiet Mos. Es ist von nationaler Bedeutung und trägt dazu bei, den Bestand gefährdeter Tierarten zu sichern. Janine Bollhalder Es ist von nationaler Bedeutung, dieses kleine Gebiet zwischen Bürglen und Opfershofen. Das ehemalige Lehmabbaugebiet ist heute ein Amphibienlaichgebiet und somit Geburtsstätte zahlreicher Tiere. «Amphibien sind stark gefährdet», sagt Matthias Künzler vom Amt für Raumentwicklung Thurgau. Einst nutzten die kleinen Tiere die Thur als Lebensraum. Aber nachdem diese vor Überschwemmungen sichergemacht und begradigt wurde, entsprach das Gebiet nicht mehr den Idealvorstellungen der Amphibien. «Sie bevorzugen einen Lebensraum, der in Bewegung ist», erzählt Künzler. So kommt es, dass das Gebiet mit dem Flurnamen «Mos» nun zum Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung gehört. Dieses umfasst die wichtigsten Fortpflanzungsgebiete und verpflichtet die Kantone, für deren Schutz und Unterhalt zu sorgen. Das Ziel ist, die Bestände langfristig zu erhalten und zu fördern. «Das Gebiet ist sozusagen eine Arche Noah für Amphibien», sagt Künzler. Vielfältige Tierwelt Der Strukturenmix bietet Lebensräume für verschiedene Tierarten. Nicht nur Amphibien finden sich im Feuchtgebiet. Auch Heuschrecken halten sich im Gebiet «Mos» auf. Deren Population ist in fünf Jahren um 45 Prozent gestiegen. Ebenfalls zählen Libellen, Ringelnattern, Schmetterlinge und Vögel zu den regelmässigen Bewohnern. Der aufmerksame Beobachter kann neben dem allseits bekannten «Taucherli» auch seltene Vögel wie etwa den Neuntöter erspähen. «Der Neuntöter wird auch Rotrückenwürger genannt. Er legt sich einen Futtervorrat an, indem er Insekten auf Dornen spiesst», erzählt Stephan Lüscher von Pro Natura Thurgau. Er verwaltet das Gebiet «Mos» seit sieben Jahren. 1979 kaufte Pro Natura das Gebiet, welches sich über 3,9 Hektaren erstreckt. Seit fünf Jahren werden 2,5 Hektaren ab Mitte April bis ungefähr Mitte September von Hochlandrindern beweidet. Die vier Tiere halten die Beweidungsflächen offen und ermöglichen auf diese Weise, dass die Gewässer weiterhin dem Sonnenlicht ausgesetzt sind und so für die Amphibien wohlig warm werden. Ideal für Zugvögel Bild: as Im Winter bietet das «Mos» Lebensraum für Vögel, die auf Durchreise sind. Die Watvögel schätzen, dass sie hier viel Schlick vorfinden, um nach Nahrung zu suchen und sich für ihre weitere Reise zu stärken. Das Gebiet «Mos» ist ein Kontrast zu den bearbeiteten und sichtlich aufgeräumteren Landwirtschaftsflächen, die rundum liegen. «Ich bestärke die Leute immer, mehr Mut zur Unordnung im Garten zu haben», sagt Lüscher. Im Winter werden die Weiden geschnitten, im Sommer das Schilf. Jedoch nie an der gleichen Stelle und nur abschnittsweise. So entsteht ein Strukturenmix, der allen Tieren im «Mos» dient: Er hilft den Vögeln, ihre Nahrung wieder besser zu sehen und die Ringelnatter kann sich in Schilfhaufen geschickter verstecken. «Dieses Naturschutzgebiet ist ein Mosaik von Lebensräumen», fasst Lüscher zusammen. Momentan ist es trocken im Amphibienlaichgebiet. Der Wasserstand in den Tümpeln ist niedrig. «Eine Moorleiche hat man hier noch nie gefunden», sagt Lüscher schmunzelnd. Das Gebiet sollte generell nicht betreten werden. Nicht von Menschen und schon gar nicht von deren neugierigen Hunden. Das stört die Ruhe der Tiere. «Wenn die Hochlandrinder hier sind, betritt niemand das Land. Die grossen Tiere machen vielen Leuten Angst», sagt Lüscher. Beeindruckt Stephan Lüscher, Pro Natura Thurgau «Dieses Naturschutzgebiet ist ein Mosaik von Lebensräumen.» (jb) Thurgauer Malernachwuchs präsentierte stolz seine Arbeiten Weinfelden. Im feierlichen Ambiente fand sich am Samstagvormittag in der Aula der Gewerblichen Berufsschule Weinfelden eine grosse Zahl an Lernenden, deren Eltern und Lehrmeistern ein, um zu sehen, wie die diesjährige Leistungsschau des thurgauischen Malernachwuchses ausgefallen ist. Für Gabriela Signer, Vorstandsmitglied des Thurgauer Malerunternehmerverbandes (TMUV) und Organisatorin des Events, hatte sich die Arbeit auf jeden Fall gelohnt, fand sie doch lobende Worte für die erbrachten Leistungen. «Die Aufgaben waren nicht immer einfach zu lösen. Doch es ist schön zu sehen, wie viele schöne Unikate die Lernenden ihnen heute hier präsentieren können», erklärte Signer begeistert. Insgesamt 35 Lernende aus drei Lehrjahren stellten sich im ersten Quartal 2019 der anspruchsvollen Aufgabe, alltägliche Gegenstände so zu verschönern, dass sie das Wohlgefallen einer kritischen Fachjury fanden. Bewertet wurden Faktoren wie Sauberkeit, Aufwand und auch Originalität. Während die Lernenden des ersten Lehrjahres einen roten Metalleimer kreativ zu bearbeiten hatten, galt es im zweiten Lehrjahr, einen hölzernen Schaukasten und im dritten Lehrjahr einen weissen, metallischen Zeitschriftensammler zu verschönern. Als Beste in den Jahrgangskategorien Der Sulger Timon Rechsteiner gehört zu den Jahrgangsbesten. Bild: art durften Umi Ruggenthaler (1. Lehrjahr «Strand-Kübel», Störchli AG, Wängi), Timon Rechsteiner (2. Lehrjahr, «Torbogen», E. Baumann AG, Sulgen) und Alan Müller (3. Lehrjahr, «Der Ballonflug», Baumgartner Malergeschäft, Zezikon) einen Geldbetrag entgegennehmen. Letzterer gewann zudem die «Gesamtwertung» über die letzten drei Lehrjahre hinweg deutlich, totalisierte er doch sechs Rangpunkte, die er für zwei erste und einen vierten Platz in der jeweiligen Jahreswertung erhielt. Aber auch alle anderen Teilnehmenden gingen nicht leer aus, konnten sie sich doch etwas von einem üppig gedeckten Gabentisch aussuchen. (art)

Freitag, 5. April 2019 NEUER ANZEIGER für das AachThurLand und die Region Bürglen Seite 9 Donzhausen Belächelt, bekämpft und bewundert Donzhausen. Das Team der «Freakfarm» hat sich auf die Fahne geschrieben, auf einem 3,5 Hektar grossen Landstück ein Permakultur- Projekt umzusetzen. Dazu soll auch der Tobelbach wieder freigelegt werden. Monika Wick Am östlichen Dorfrand von Donzhausen steht ein heimeliges Bauernhaus. Dahinter, da wo einst eine Scheune stand, hat Remo Zingg ein Haus für sich und seine Familie gebaut. Während sich in einem Gehege ein paar Hasen von der Sonne ihr Fell aufwärmen lassen, schnattert in «Entenhausen» das Federvieh. Alles in allem ist alles so, wie man sich das Landleben vorstellt. Stutzig werden lässt einzig der Name «Freakfarm», der auf den ersten Blick nicht zur ländlichen Idylle zu passen scheint. «Hinter vorgehaltener Hand wurden wir als Freaks bezeichnet», erklärt Remo Zingg. «Das fanden wir witzig und haben den Hof ‹Freakfarm› genannt», fügt er lachend hinzu. Den zweifelhaften Ruf erlangten Remo Zingg, seine Frau Anja sowie weitere acht Mitstreiter mit der Idee, auf einem 3,5 Hektar grossen Landstück ein Permakultur-Projekt umzusetzen, welches auch zum Ziel hat aufzuzeigen, dass auch kleine Betriebe funktionieren können. Kinder öffnen Augen Reto Zingg und seine Hündin Fenja inmitten der Permakultur, wo bald wieder Salate und Gemüse spriessen. «Durch die Geburt der Kinder habe ich mich vermehrt mit dem Thema Nahrung auseinandergesetzt. Erschreckende Erkenntnisse haben dazu geführt, dass ich fortan wissen will, woher ein Lebensmittel stammt und wie es hergestellt wird», sagt der 5-fache Vater. Zudem haben ihn die aktuelle Agrarpolitik, die Macht der verarbeitenden Konzerne, aber auch der Schutz von Mensch und Natur schlussendlich dazu bewogen, selber aktiv in die Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen einzusteigen. «Dabei möchten wir uns nicht neu erfinden, sondern setzen unseren Fokus bewusst auf altes Wissen sowie alte und resistente Sorten», erklärt er. Die Permakulturlehre ist ein ganzheitlicher, geschlossener Kreislauf, in dem Mensch, Tier und Pflanze im Einklang harmonieren. Im Weiteren soll das Projekt langfristig den Beweis erbringen, dass eine naturnahe Landwirtschaft ohne Chemie und Genetik für alle Beteiligten zu gesundheitlichem, aber auch finanziellem Erfolg führt. Bis es aber soweit ist, liegt noch ein langer Weg vor Remo Zingg und seinen Weggefährten. «Alle gehen bisher ihren angestammten Berufen nach und opfern einen Grossteil ihrer Freizeit für das Projekt», sagt Remo Zingg. Für den 39-Jährigen ist die Landwirtschaft Neuland, denn der elterliche Milchviehbetrieb, der heute die «Freakfarm» beheimatet, wurde stillgelegt, als Remo Zingg vier Jahre alt war. Nach seiner Ausbildung zum Vermessungszeichner und Weiterbildungen zum Finanzberater hat er sich dazu entschlossen, anstelle von Versicherungen Früchte und Gemüse aus eigener Produktion zu verkaufen. «Seither sind drei B’s meine stetigen Begleiter. Ich werde belächelt, bekämpft und immer öfters auch bewundert», sagt er. Aus dem Dorf, für das Dorf Mit ihrem Sortiment will sich die «Freak farm» von demjenigen von Detailhändlern abheben und lediglich saisonale und regionale Produkte anbieten. Dennoch brauchen Kunden auf fast nichts zu verzichten. Die Liste der angebotenen Früchte, Gemüse und Salate ist schier endlos. «Dabei handelt es sich ausschliesslich um alte und spezielle Sorten, die genetisch nicht verändert wurden», erklärt Remo Zingg. Bereits beliefert die «Freakfarm» rund zehn Stammkunden mit ihrem Sortiment. Passend zum Umweltgedanken beliefert das Team lediglich Kunden auf Sulger Gemeindegebiet. «Wir dürfen die Augen nicht verschliessen vor den ökologischen Problemen, auf die wir zusteuern», sagt Remo Zingg. Grosse Visionen Für die Umsetzung des Projekts will sich das Team der «Freakfarm» fünf Jahre Zeit geben. «Wir haben schliesslich bei Null angefangen und hatten keine bestehende Infrastruktur», stellt Remo Zingg fest. Zudem setzt er momentan alles daran, ein Netzwerk aufzubauen. Um die Produkte der «Freakfarm» direkt zu vermarkten, plant er, in naher Zukunft einen Hofladen zu eröffnen und Permakultur kurz erklärt Die Permakultur ist ein Konzept, das auf die Schaffung von dauerhaft funktionierenden, nachhaltigen und naturnahen Kreisläufen setzt. Ursprünglich wurde sie für die Landwirtschaft entwickelt, inzwischen umfasst das Denkprinzip auch Bereiche Bild: mwg eine Gelegenheitswirtschaft zu betreiben. Der Kontakt und der Dialog mit seinen Mitmenschen liegt Remo Zingg sehr am Herzen. Darum kann er sich gut vorstellen, dass die «Freakfarm» dereinst auch soziale Aufgaben übernehmen wird. «Ich möchte eines Tages sozial benachteiligten Menschen eine Wohn- und Arbeitsstätte bieten oder Schulkindern im grünen Klassenzimmer die Natur näherbringen», sagt er. Remo Zinggs aktuellstes Anliegen ist es aber, den Tobelbach, der unter seinem Grundstück hindurch fliesst, wieder freizulegen. Laut ihm ist der Bach für die Permakultur enorm wichtig, da er Lebensraum für Insekten und Kleintiere bietet, die der Schädlingsbekämpfung dienen. «Aufgrund des Widerstands eines Landbesitzers ist das Projekt aber am Stocken», bedauert der umtriebige Landwirt. wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen. Grundsätzlich ist die Permakultur ein ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiges Wirtschaften mit allen Ressourcen. (mwg)

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