Seite 12 NEUER ANZEIGER für das AachThurLand und die Region Bürglen Freitag, 21. November 2025 Weinfelden Nationalrat Eric Nussbaumer referierte im Thurgau Weinfelden. Mitte November hat sich die neue Untergruppe SP60+ TG zu ihrer ersten Mitgliederversammlung getroffen. Als Präsident wurden der Frauenfelder Alfred Bloch und in den Vorstand sechs bekannte SP-Persönlichkeiten gewählt. Nationalrat Eric Nussbaumer sprach über die Beziehung der Schweiz zur EU. Bild: pd Nach der kurzen Gründungsversammlung lud die SP60+ TG zu einem spannenden Programm ein. Rund 60 Interessierte hiessen Nationalrat Eric Nussbaumer aus Liestal, Baselland, in Weinfelden willkommen. Nationalrätin Nina Schläfli aus Kreuzlingen eröffnete diesen Teil des Abends mit einem lockeren Gespräch mit Eric Nussbaumer. Er gestand, dass er noch nicht oft in Weinfelden aus dem Zug gestiegen sei, sich aber sehr über die Einladung zum heutigen Abend freue. Er ist seit 2013 Mitglied der Aussenpolitischen Kommission, war bei jedem Schritt dabei und ist deshalb ein profunder Kenner des EU-Dossiers. Sein anschliessendes Referat zum Thema «Endlich Stabilität in der Beziehung Schweiz-EU» bot den Anwesenden einen höchst interessanten Blick auf dieses wichtige Thema. Die Schweiz liege mitten in Europa. Und unser Land könnten wir nicht einfach verschieben. Deshalb sei es sehr wichtig, mit der EU, also mit unseren Nachbarn, ein gutes, planbares und beständiges Vertragswerk zu gestalten, das Rechtssicherheit biete. Nach dem Referat folgte eine spannende Fragerunde. Eric Nussbaumer beantwortete alle Fragen kompetent und gut verständlich. Am liebsten hätte man ihm noch lange zugehört. Aber zum Schluss lockte ein Apéro, während dem intensiv weiterdiskutiert wurde. Renate Bruggmann, Kradolf, Vorstandsmitglied der SP60+ TG Leserinnenbild Wunderbarer Herbst Leserbild Gärtnerglück in Ennetaach Unsere Leserin Tamara Tobler-Würms aus Riedt bei Erlen konnte Mitte Oktober dieses wunderbare Herbstbild im Naturpark in Gantrisch (Fribourgerland) schiessen. Ein riesengrosses Dankeschön fürs Teilen! (red) Ein Rückblick in den schönen Spätsommer: Zu sehen ist Paul Gubler aus Ennetaach, der stolz seine unglaublich hohen Sonnenblumen präsentiert - ein Bild, das einem die kalte Jahreszeit erwärmt. (red)
Freitag, 21. November 2025 NEUER ANZEIGER für das AachThurLand und die Region Bürglen Seite 13 Sulgen Alle hören gebannt zu, wenn Jean-Loup Fourure die Szene erklärt. Bild: sb Die Schauspielerinnen Sara Fischer und Sofia Müller im Duell. Bild: am Im Seniorenzentrum die Klingen gekreuzt Sulgen. Für sein aktuelles Wintertheater inszeniert Florian Rexer «Die drei Musketiere». Das Stück verspricht ordentlich Action und viele Kampfszenen mit dem Degen. Damit das Gerangel hieb- und stichfest wird, unterrichtete der weltbekannte Kampfchoreograf Jean-Loup Fou rure das Ensemble. Stefan Böker Am vergangenen Wochenende hat das Ensemble von Florian Rexers Wintertheater an zwei Tagen im Sulger Seniorenzentrum geprobt. Für die jungen Laienschauspielerinnen und -schauspieler war das eine intensive Erfahrung, ist die Mitwirkung am Theater doch ein Engagement, das sie neben Schule, Lehre und ihren Hobbys eingehen. Die Proben sind zeitintensiv: Am Samstag war die Theatertruppe von 10 bis 21 Uhr vor Ort. Ein langer Tag, auch wenn selbstverständlich nicht durchgehender Einsatz gefragt ist. Das Wintertheater bietet ihnen indes die Möglichkeit, mit Profis auf der Bühne zu stehen - und mit Profis zu proben. Am vergangenen Wochenende standen Kampfszenen auf dem Programm, die, so will es der Stoff, beim Mantel- und Degenklassiker «Die drei Musketiere» natürlich zuhauf vorhanden sind. Wenn der weltbekannte Kampfchoreograf Jean- Loup Fourure mit lauter Stimme und leichtem französischem Akzent Anweisungen gab, waren alle Schauspielerinnen und Schauspieler konzentriert bei der Sache. Die Schergen des Kardinals «Jetzt Block! Jetzt würgen! Dann der Ausfallschritt!» Sofia Müller, welche den D’Artagnan gibt, kämpft mit Sara Fischer alias Claire unter den kritischen Blicken des Experten. Die Degen rasseln und beide Schauspielerinnen geben vollen Einsatz. An einer Stelle holt der Choreograf das Handy hervor und demons triert seine Anweisungen mit einem Trainingsvideo. «Hier eine Finte, dann der Stoss!» Weiter geht es mit dem Duell. Sofia Müller ist danach gleich noch einmal an der Reihe, denn die Nebenrollen sind alle doppelt besetzt. Letztendlich ist Jean-Loup Fourure zufrieden und bittet weitere Schauspielerinnen und Schauspieler nach vorne. Sie proben eine Massenszene, in der Claire von den Schergen des Kardinals überrascht wird und es zum Kampf zwischen ihnen und den Musketieren kommt. Jean-Loup Fourures Anleitungen zielen indes nicht nur auf korrekte Degentechniken und explosive Kampfbewegungen ab. Er gibt auch dramaturgische Kommandos, feilt am richtigen Auftritt und der besten Betonung des Dialogs. «Ihr müsst den Raum langsamer betreten. Und leise: Spooky, spooky», rät er den Musketieren. Schauspieler Nevio Siragusa hat eine Frage: «Soll ich Claire die Waffe direkt an den Kopf halten?» Der Choreograf schüttelt den Kopf. Fynn Lanter ist derweil in die Rolle des Kardinals geschlüpft, weil der eigentliche Darsteller verhindert ist, und liest dessen Dialoge vom Blatt. Auf der Bühne reden die Mitglieder des Ensembles Hochdeutsch. Doch im Austausch untereinander und mit Jean-Loup Fourure wechseln sie wieder in die gewohnte Mundart. Lob vom Fachmann Zwischen zwei Szenen lobt der französische Theatermann sein Team. «Es ist ganz toll, wie schnell sie lernen.» Bereits im Herbst war er schon einmal zu Besuch. Am Anfang vermittelte er grundlegendes Wissen. Wie hält man den Degen? Wie macht man einen Schritt? Wie einen Stoss? Danach folgten kleinere Paraden, dann wurden die Kämpfe blockweise geübt. Jeder Kampf besteht aus mehreren Blöcken, die wiederum aus verschiedenen Aktionen bestehen. «Alle Kämpfe erzählen eine Geschichte und haben als solche einen bestimmten Inhalt», sagt der Kampfexperte. «Sie sind enorm wichtig für die Handlung und werden vor jedem Auftritt nochmals durchgegangen und nach dem Auftritt analysiert.» Höhepunkt des fordernden Samstags waren öffentliche Szenenproben im Café Dorfplatz. Die Gäste erlebten das Gewimmel auf den Pariser Strassen, den Gruss der königlichen Garde, deren Soldaten bis auf den Tod zu kämpfen gewillt waren, und etliche Fechtszenen. Regisseur Florian Rexer informierte zum historischen Hintergrund, machte Werbung für die bevorstehenden Aufführungen und berichtete von seinen eigenen Erfahrungen mit Kampfszenen. Diese seien für jeden Schauspieler eine zusätzliche Herausforderung, stellte er fest. «Es sieht immer so leicht aus. Nicht nur unsere Jugendlichen kommen da wirklich an ihre Grenzen.» Die 3 Musketiere: Der Mantel- und Degenklassiker von Regisseur Florian Rexer aufpoliert Die Welt ist in Aufruhr. Der Krieg wütet und D’Artagnan begibt sich wagemutig in die Hände der Armee. Dort warten jedoch nicht nur Freunde und Abenteuer, auch Intrigen und Verwerfungen aller Art stehen an der Tagesordnung. Welche Rollen spielen König Ludwig und Kardinal Richelieu? Wilde Zeiten waren es jedoch nicht nur um 1625. In Aufruhr ist auch das Theaterensemble. Die 3 Musketiere sind nicht mit allem einverstanden, was von ihnen verlangt wird. Welche Rolle spielt die junge Regisseurin Lisa Winter? Was geschieht mit den Musketieren und wird D’Artagnan dem exklusiven Club beitreten? Nach «Oli Twist», «Peter Pan» und «Der Glöckner von Notre Dame» kommt Florian Rexers Ensemble diesen Winter mit «3 Musketiere» zurück und tourt durch den ganzen Thurgau. Die Musketiere on Tour: Premiere ist im Kulturforum Amriswil am Donnerstag, 11. Dezember, um 20 Uhr. Danach gibt es drei weitere Vorstellungen in Amriswil. Im nächsten Jahr zieht das Ensemble weiter ins Eisenwerk Frauenfeld, im Februar in den Traubensaal Weinfelden und im März in den Dreitannensaal Sirnach. (pd) www.3musketiere-wintertheater.com
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