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Neuer Anzeiger 18. Oktober 2019

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Seite 6 NEUER ANZEIGER

Seite 6 NEUER ANZEIGER für das AachThurLand und die Region Bürglen Freitag, 18. Oktober 2019 www.asvbuerglen.ch Seit über 100 Jahren KREATIV Erscheinungsdaten: ab 18.1.2019 alternierend mit FARBENPARADIES Mineralwasser • Fruchtsäfte • Biere • Weine • Senza Parole Primitivo 50 cl CHF 7.50 75 cl CHF 9.80 • Prompter Hauslieferdienst • Mosterei Schnitzel, Prater und schöne Schlösser Nach einer anstrengenden Saison gönnte sich der ASV Bürglen unter der Reiseleitung von Marcel Massolin einen Wochenendausflug ins grosse Wien. Noch in der Dunkelheit versammelten sich die Schützen Tel. 071 634 60 80 Fax 071 634 60 88 www.baumann-maler.ch am Freitagmorgen früh am Bahnhof Bürglen zur Abfahrt Richtung Inserate-Entwurf (auf 54 x 55 mm verkleinern) Für ASV-Bürglen Vereinsnachrichten im Neuen Anzeiger Sulgen Flughafen. Dank reibungslosem Ablauf erhoben wir uns auch schon bald darauf in die Lüfte. Es wartete ein spannendes und abwechslungsreiches Programm auf uns. Besichtigungen des vom Künstler Hundertwasser verschönerten Kraftwerks Spittelau, Besuch im Technischen Museum und eine Führung im Wiener Prater wechselten sich mit freiem Schlendern an schönen Alleen und vorbei an prächtigen Schlössern ab. Dass viele Schritte in der Stadt hungrig machen, wusste unser Reiseleiter und plante entsprechend vor. So nahmen wir am Freitagabend im Zwölf Apostelkeller unsere Plätze ein, der in bis zu achtzehn Meter tiefen Gewölben in der Wiener Altstadt liegt. Auch am Samstagabend durfte ein kulinarischer Höhepunkt nicht fehlen. Schliesslich geniesst man nicht selten ein Wiener Schnitzel beim «Figlmüller», sofern man dieses dann Der ASV Bürglen geniesst das Abendessen im Zwölf Apostelkeller. Bild: pd auch ganz zu essen vermag. Wörter wie «Klodeckel» und «Elefantenohr» gingen bei der Ansicht des tellerüberragenden Ungetüms über die Lippen. Während die einen bald resignieren mussten, kriegten andere fast nicht genug. So ging kein einziger Happen an Schnitzel zurück in die Küche. Am gemächlichen Sonntagmorgen statteten wird dann dem weltbekannten Prater einen Besuch ab. Nach einer lehrreichen Führung, einer Fahrt im Riesenrad und der feuchten Teilnahme an anderen Attraktionen genossen die einen Mitglieder den Anblick der anderen Kopfüberhängenden, Herumgeschleuderten und sich Festhaltenden. Pünktlich trafen wir am Sonntagabend wieder gesund und vollzählig in der Heimat ein und verarbeiteten die Erlebnisse in den kommenden Tagen. Wir bedanken uns bei unserem Reiseleiter Marcel Massolin für drei unvergessliche Tage. (pd)

Freitag, 18. Oktober 2019 NEUER ANZEIGER für das AachThurLand und die Region Bürglen Seite 7 Kradolf-Schönenberg Aus der Geschichte Schönenbergs Mühle und Klein Rigi – ein Grossbetrieb der Familie Bürgis Um 1770 kaufte Jacob Bürgis von Biessenhofen die Obermühle in Schönenberg, welche 1625 als Lehen des Bischofs von Konstanz dokumentiert ist. Der Bach trieb auch ein Sägewerk an. Nach Leisi (Thurgauer Chronik) soll dort schon 1056 eine Mühle existiert haben. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begannen die Gebrüder Bürgis mit der Modernisierung der Liegenschaft. Unter Bauherr Hansjakob Bürgis wurde 1814 der noch heute bestehende Riegelbau errichtet. In der Wirtsstube sind wertvolle Einbaumöbel und ein Uhrenkasten von damals zu sehen. Auch eine neue Scheune wurde gebaut und ein Dörrhaus erstellt. Dieses ersetzte man in den 1930er- Jahren durch ein Wasch- und Backhaus. Aus dem Adressbuch von 1862 ersieht man, dass neben der Getreidemühle auch eine «Hanfriibi» in Betrieb war, mit der Flachs zerquetscht wurde, um die Fasern zu gewinnen. Nur im Sommer offen 1886 liess Johann Bürgis auf dem steilen Hügel gleich nebenan ein schlossähnliches Gebäude errichten. Zunächst war es nur eine Sommerwirtschaft, dann erweiterte er das Anwesen, unter anderem mit einer Scheune und einer Kegelbahn. Diese diente zur Zeit der Maul- und Klauenseuche, um 1920, behelfsmässig als Kuhstall. Bürgis wollte dort einen Teil seiner Viehhabe verstecken, um die Tiere nicht schlachten zu müssen. Es gelang aber nicht, die Aktion geheim zu halten. Der 1884 gegründete Turnverein durfte in den Anfängen einen Raum im Anbau, später einen in der Liegenschaft Mühle für seine Übungen benutzen. Schliesslich stellte Bürgis für zwei Franken Jahrespacht auch einen Turnplatz zur Verfügung. Während vieler Jahre wurde die Bundesfeier jeweils auf dem Mühlenareal durchgeführt, 1872 auch ein Herbstschwingen mit 60 Teilnehmern. Schliesslich baute die Familie Bürgis das Hauptgebäude auf dem Hügel zu einem Hotel-Restaurant mit Saal aus. Darin führten verschiedene Dorfvereine ihre Versammlungen und Unterhaltungsabende durch. Während des Zweiten Weltkriegs waren dort zeitweise Internierte, französische Soldaten, untergebracht. Der Klein Rigi blieb bis 1941, mit kleinen Unterbrüchen, im Besitz der Familie. Strom fürs Dorf Zu Beginn des 20. Jahrhunderts installierte Jean Bürgis im Mühlenareal ein Die Grossfamilie Bürgis um 1915 beim Restaurant Klein Rigi. Elektrizitätswerk. Er wollte dem Dorf die Möglichkeit bieten, die alten Lichtquellen (Kerzen, Karbid- oder Petroleumlampen) durch die eben erst erfundenen Glühlampen zu ersetzen, und bot an, die Beleuchtung des Dorfes zu übernehmen, das aus dem Leitungsnetz und elf Strassenlampen bestand. Das Wasser für die Stromproduktion lieferte der Rütibach, der die drei Mühlenweiher speiste. 1926 erteilte ihm die Ortsgemeinde die Konzession zur alleinigen Abgabe von Energie. Er sollte alle Häuser, welche der öffentlichen Wasserversorgung angeschlossen waren, mit Strom beliefern. Dorfgeschichte – Fotos gesucht Guido Stutz geht der Dorfgeschichte Schönenbergs nach und hat diesen Text dem Neuen Anzeiger zur Verfügung gestellt. Für sein Projekt sucht er nach weiteren alten Fotos vor 1970. Gefragt sind Bilder der damaligen Zeit mit Fahrzeugen (Fähre, Kutschen, Traktoren etc.), Bauten, Maschinen (am besten mit Personen, die sie bedienen), alten Geräten und Einrichtungen aus Haushalt und Landwirtschaft, aber auch mit Menschen bei der Arbeit (Bauern, Handwerker, Hausfrauen, Verkaufspersonal) oder in der Freizeit. Ebenso Klassenfotos (nur Primarschule Schönenberg oder Kindergarten) und Fotos im Zusammenhang mit den beiden Weltkriegen sowie von Vereinsmitgliedern einzeln oder in Gruppen beim Einsatz früherer Dorffeste. Nicht benötigt werden dagegen Fotos von Die Mühle in Schönenberg um 1942. Ein Vertrag sicherte im Fall einer ungenügenden Produktion die Energieversorgung durch das kantonale Elektrizitätswerk zu. 1951 trat die Familie nach zähen Verhandlungen sämtliche Anlagen an die Gemeinde ab. Die Grossfamilie Bürgis führte nebst Mühle, Bäckerei, Restaurant und Elektrizitätswerk einen grossen Landwirtschaftsbetrieb. Zur Erntezeit waren jeweils bis zu zehn meist deutsche Mähder (Schnitter) im Einsatz. Zum Unternehmen gehörte auch eine Fuhrhalterei und der Handel mit verschiedenen Gütern. Aus Ungarn wurden zum Beispiel Ölfladen importiert, die den jüngsten Überschwemmungen, von der Seidenweberei und deren Belegschaft und vom Flossrennen. Bitte den Namen der Besitzer der Fotos (sie werden im Bildnachweis erwähnt), das ungefähre Herstellungsjahr und bei erkennbaren Einzelpersonen, falls möglich, die Namen angeben. Diese Angaben werden am besten auf der Rückseite des Fotos vermerkt. Adressierte Kuverts – bitte Absender nicht vergessen – mit alten Fotos können in den Briefkasten der Gemeinde in Schönenberg geworfen oder direkt per Post an Guido Stutz, Bahnhofstrasse 28 C, 9214 Kradolf, gesandt werden. Auf Wunsch holt der Hobby-Historiker diese auch ab, Telefon 071 648 13 90. Elektronisch können Bilder an E-Mail g-stutz@bluewin.ch übermittelt werden. (red.) Bilder im Besitz von Gody Renz dann zu Futter verarbeitet wurden. In den 1920er-Jahren, jeweils um die Weihnachtszeit, liessen die Bürgis für bedürftige Familien Brote backen, welche die Tochter Martha dann mit dem Leiterwägeli verteilen durfte. Damit wollten sie wohl die Tradition mit den Augstbroten aus dem 19. Jahrhundert auf privater Basis weiterführen. Sie übernahmen bei der Brotspende der Gemeinde jeweils einen grossen Anteil. Im Zuge einer Totalrenovation im Jahr 1925 erhielt die damalige Wirtschaft Traube den Namen Mühle. In dieser Zeit legte man auch den Ziergarten mit einem Springbrunnen an. 1940 wurden moderne Mahlstühle eingebaut. 1954 verkauften die Bürgis die Liegenschaft. Sie war fast 200 Jahre im Besitz dieser Familie gewesen. Prägende Bauten Dank der «Stiftung Mühle Schönenberg» und den Käufern Walter und Margrit Arnold gelang 2004 zusammen mit der kantonalen Denkmalpflege die aufwändige Restauration der inzwischen heruntergekommenen Liegenschaft. Der Riegelbau mit dem Restaurant, dem gros sen Vorplatz, dem Ziergarten mit Springbrunnen und der «Fischmühle», dem ehemaligen Wasserhaus, ist eine wahre Augenweide. Aus dem Klein Rigi ist ein stilvoll eingerichtetes Speiserestaurant geworden. In einer 80 Meter langen Metro wird das Lokal von den Besuchern vom grossen Parkplatz im Süden aus bequem erreicht. Von der grossen Terrasse aus lässt sich der Blick auf den Alpstein geniessen. Guido Stutz

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