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Neuer Anzeiger 24 März 2016

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Neuer Anzeiger 24 März

Erlen, Seite 5 Unterbesetzt Mangels Kandidaten sind nicht alle vakanten Behördensitze der Evangelischen Kirchgemeinde Erlen besetzt worden. Neuer Präsident ist Max Wälchli. Bürglen, Seite 11 Verschmolzen Die Organisatoren des Schlosskonzerts und der Büfa spannen zusammen. Beide Anlässe finden am gleichen Wochenende auf dem Areal des Schlosses statt. Sulgen, Seite 20 Meisterlich Emotionsgeladen und virtuos: Das Trio Dacor bringt mit Musik aus Argentinien und Brasilien Lebensfreude und Weltschmerz in die evangelische Kirche. Fahren Sie besser bei der 3. Säule und gewinnen Sie jetzt eine Vespa oder ein Vorsorgekonto mit 5000 Franken. Machen Sie mit beim Raiffeisen-Vorsorge-Quiz: raiffeisen.ch/vespa Raiffeisenbank Mittelthurgau Donnerstag, 24. März 2016, Nr. 12, 25. Jahrgang NEUER ANZEIGER Die Zeitung für das AachThurLand und die Region Bürglen «Nichts im Leben ist ohne Hoffnung» Vor ein paar Tagen hab’ ich in einem Restaurant ein vertrautes Gesicht getroffen. An einem der hinteren Tische sass der Osterhase. Mürrisch-depressiv klammerte er sich an sein Glas; ich begann mich etwas zu sorgen. «Darf ich mich zu dir setzen?» Seine einladende Geste ersetzte die Antwort. «Was ist los, deine Ohren hängen ja bis unter die Tischkante. Bist du sauer, weil du mal wieder die ganzen alten Eier aus der Legebatterie herumtragen musst?» «Ach Pfarrer, hör auf mit dem Quatsch, ich steh nicht auf Häschenwitze!» «Äxgüsi.» «Einen Migros, einen Coop, einen Mohn und ein Autohaus hatte ich heute. Diese Eierei geht mir so richtig auf den Keks.» «Jetzt stell dich doch nicht so an, du bringst den Leuten schliesslich Freude ins Haus!» «Von wegen, den ganzen Tag schreiende Kinder, die fragen, ob ich zehn Franken für sie hätte statt einem Ei. Und du merkst genau – den Geschäften gehts auch nur um die Kohle. Ich habe es so satt. Mir fehlt irgendwie die tiefe innere Befriedigung in meinem Job. Du dagegen erzählst den Leuten wenigstens die Wahrheit zu Ostern. Du musst dich nicht zum Osteraffen machen und kannst sagen, was du selber glaubst.» «Irgendwie hat er schon recht», dachte ich insgeheim, aber was weiss der Hase schon von leeren Kirchen?» Um ihn wieder etwas aufzurichten, brachte ich mein ganzes seelsorgerliches Geschick auf: «Sag mal, was hältst du von einem kleinen Deal? Wenn dich diese Oberflächlichkeit so fertig macht, dann hätte ich da was für dich. Du könntest doch auf die Eier dick draufschreiben: Ostern – nichts im Leben ist ohne Hoffnung. Dann könntest du dich mit deiner Popularität mal nützlich machen.» «Ostern ist nicht traurig, sondern das Heiterste und Beste was wir haben.» Bild: pd «Ich soll die Wahrheit sagen? Meine Güte, du hast Nerven! Was glaubst du denn, was meine Auftraggeber dazu sagen; die wollen Trallala und Umsatz, keine Ernsthaftigkeit mit trauriger Hasenmiene.» «Warum sollst du traurig werden?», wandte ich ein, «Ostern ist überhaupt nicht traurig – es ist das Heiterste und Beste was wir haben. Wenn einer von den Toten aufersteht und dem Tod die Stirn bietet, ist das doch absolut klasse. Und noch dazu hat dieser Jesus versprochen, dass auch wir nicht ins Leere fallen, wenn wir sterben. Der Tod ist das letzte Tabu bei uns – ich finde, wir sollten den Leuten da mal ein bisschen deutlicher sagen, wie fröhlich Ostern in diesem Sinne ist. Denk doch mal scharf nach, Osterhase. Ostern bedeutet: Nichts, gar nichts im Leben ist ohne eine Hoffnung. Diese Überschrift für alles in unserem Leben gibt uns Gott an Ostern. Wenn das die Leute ein bisschen annehmen und verstehen könnten mit Hilfe deines beschrifteten Eies, wenn sie es mitnehmen könnten in ihren Alltag in der Familie, bei der Arbeit, beim Eintreten ins Spital, ins Seniorenzentrum, beim Gang über den Friedhof: Nichts, gar nichts im Leben ist ohne eine Hoffnung. Das wäre doch das Ei des Kolumbus, äh, ich meine der Hammer. Das ist das Versprechen Gottes, das wir alle haben. Und das bedeutet doch gleichzeitig auch, dass Gott für jeden von uns ein zärtliches Gefühl hegt, und dass er mit uns verbunden sein möchte, im Leben wie im Tod. Es bedeutet: Wir kommen aus Gott und gehen zurück zu ihm. Nichts im Leben ist ohne eine Hoffnung, nicht mal unser Tod. Du musst diese Hoffnung gar nicht erfinden, sondern mit Hilfe deiner Eier nur so rüberbringen, dass sie den Menschen nahekommt. Und ich versuchs auf meine Art. Mehr kann ich ja auch nicht machen. Und dann hoffen, dass diese Botschaft uns allen Kraft gibt, dann, wenn es Abschied nehmen heisst. Bis dahin lebe ich sehr gerne und freu mich über jeden neuen Tag, den Gott mir schenkt. Und geniesse Ostern mit dir und den Eiern und allem, weil dieses Fest mir sagt: Gott ist auf unserer Seite. Na, was hältst du von unserem Deal mit dem beschrifteten Ei?» «Hmmmh» – der Hase nippte nachdenklich an seinem Bier. «Wer das glauben kann, hat es eigentlich gut. Vor allem, wer es nicht glauben kann, dem bleibt vom Osterfest am Ende wirklich nur die Schokolade und ein paar gute Filme im Fernsehen.» «Was ist nun, schreibst du es drauf?», fragte ich ungeduldig. «Na, okay, aber nur auf jedes dritte Ei!» «Ach komm jetzt, lass dich nicht so bitten. Ich geb’ einen aus und morgen legst du los. Wenn du jetzt noch lange überlegst, ist Ostern vorbei, wieder mal reduziert auf geformte Schokolade und du kommst noch auf die Couch mit einer Ostereieroberflächlichkeitsneurose.» Eine kurze Weile verging, bevor der Osterhase mit einem vielsagenden Lächeln die Bedienung heranwinkte: «Noch zwei für uns auf Kosten vom Pfarrer – aber um Gottes willen keinen Eierlikör!» Pfarrer Frank Sachweh, Evangelische Kirchgemeinde Sulgen GZA/AZA 8583 Sulgen Adressberichtigung melden! Amtliches Publikationsorgan für Sulgen, Bürglen, Kradolf-Schönenberg, Erlen, Anzeiger für Birwinken und Hohentannen. Redaktion und Verlag: Steinackerstr. 8, 8583 Sulgen, Tel. 071 644 91 00, Fax 071 644 91 01, E-Mail redaktion@neueranzeiger.ch, Aboservice: Telefon 071 644 91 00, E-Mail abo@neueranzeiger.ch, Inserate: medienwerkstatt ag, Steinackerstr. 8, 8583 Sulgen, Tel. 071 644 91 03, Fax 071 644 91 90, E-Mail inserate@neueranzeiger.ch

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