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Neuer Anzeiger 17. Juli 2020

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Neuer Anzeiger 17. Juli

Sulgen, Seite 3 Gesperrt In der nächsten Woche wird die Hauptstrasse in Sulgen zwischen dem Kreisel Ochsen und der Waldstrasse infolge Belagsarbeiten komplett gesperrt. Erlen, Seite 5 Abgeseilt Im Wald bei Eppishausen hangeln sich Buben und Mädchen durch die Seile. Aufgebaut haben den temporären Seilpark die Lagerleiter der Jungschi Erlen. Schönenberg, Seite 7 Durchgetanzt In dieser Woche verbringen rund 30 Kinder eine tolle Lagerwoche mit abwechslungsreichen Spielen. Organisiert hat das Lager die Kiwi Kradolf-Schönenberg. Flyer Prospekte Visitenkarten Kuverts Briefbögen Ihre Druckerei in Sulgen t +41 71 644 91 91 www.medienwerkstatt-ag.ch Freitag, 17. Juli 2020, Nr. 28, 29. Jahrgang NEUER ANZEIGER Die Zeitung für das AachThurLand und die Region Bürglen «Eigentlich bin ich kein grosser Fasnächtler» Bürglen. Als 23-jähriger Mann gründete Walter Strasser die Bürgler Fasnachtsgesellschaft Schlosshüüler und prägte sie in all den Jahren nachhaltig. Nun, 38 Jahre später, hat er die Leitung des Narräschmauses in jüngere Hände übergeben. Monika Wick Walter Strasser will sich nur eben einmal einen Kaffee holen. Auf dem Weg von seinem Büro ins Lehrerzimmer grüsst er Schüler, wechselt ein paar Worte mit Lehrpersonen oder lässt seinen Blick ins Freie schweifen, wo die Abschlussklasse gerade eine kleine Schulschlussfeier hält. Im Alltag arbeitet Walter Strasser als Leiter der Sekundarschule Rietwies in Müllheim. Tief in seinem Innern schlummert allerdings ein weiteres Wesen, welches jeweils in der fünften, närrischen Jahreszeit zum Vorschein kommt. Ihr Name ist Waltraut und Mitglied der Schnitzelbänkler «Emanze mit Ranze». Die vollbusige Frau trägt ein grünes Deuxpièces-Kostüm, schicke Schuhe und Handtasche sowie eine wilde, graue Lockenpracht. Alle Jahre drei tolle Tage 1979 zog Walter Strasser von Eschenz nach Bürglen, um an der dortigen Schule zu unterrichten. Eine Fasnacht, wie sie am Untersee gefeiert wurde, vermisste der junge Lehrer in Bürglen. «Es gab zwar schon einen von der Musikgesellschaft Bürglen organisierten Fasnachtsumzug für Kinder und eine Beizenfasnacht, aber mehr auch nicht», erinnert er sich. Drei Jahre später, direkt im Anschluss an einen Besuch des Fasnachtsumzugs der Weinfelder Fasnachtsgesellschaft «Räblüüs», verfasste er spontan eine sechsstrophige Schnitzelbank und In Walter Strassers Brust schlagen zwei Herzen: das von Walter, dem Schulleiter, und das von Waltraut, der Schnitzelbänklerin von «Emanze mit Ranze». zog damit in Bürglen von Beiz zu Beiz. Mit dabei hatte der heute 61-Jährige auch eine Tafel mit der Aufschrift «Petition für eine Narrengesellschaft». «Das war eine spontane Idee, eigentlich ein richtiger Furz», sagt Walter Strasser lachend. Dennoch schien seine Idee Anklang zu finden. 110 Personen unterzeichneten die Petition, 56 erschienen zur Gründerversammlung vom 2. Oktober 1982. Dass es den Gründungsmitgliedern durchaus Ernst war mit ihrem Vorhaben, zeigte sich daran, dass lediglich zwei Monate später die erste offizielle Bürgler Fasnacht mit dem Motto «Los, wie Bürgle Bild: mwg wachst» im Schlosshof eröffnet wurde. Weitere drei Monate später fand bereits der erste Maskenball samt Schnitzelbänken und eigener Guggenmusik sowie ein Umzug statt. «Das war eine ganz schön sportliche Leistung von allen», fasst Walter Strasser zusammen. «Seither gab es alle Jahre drei tolle Tage», fügt er schmunzelnd hinzu. Einzig als 1991 der Golfkrieg tobte, wurde aus Pietätsgründen auf eine Durchführung verzichtet, und einmal verhinderte Frau Holle den grossen Fasnachtsumzug. Dass in diesem Jahr der Umzug dem Coronavirus zum Opfer fiel, sieht Walter Strasser gelassen. «Es ist wie es ist. Den Maskenball und den Narräschmaus konnten wir ja noch durchführen», sagt er. Eine Erfolgsgeschichte Nachdem für das Kreative, den Umzug oder den Maskenball eigene Komitees gebildet wurden, blieb der Narräschmaus Walter Strassers grosses Steckenpferd. Über all die Jahre hat er unzählige Schnitzelbänke, Sketche und Büttenreden verfasst, das Programm zusammengestellt, die Fasnachtszeitung «Chlapf» mitgestaltet und durch den Abend geführt. Dabei lag es Walter Strasser immer am Herzen, ein hohes Niveau zu wahren. Dass die Bürgler Fasnacht der grösste Anlass der Gemeinde werden würde, hätte Walter Strasser nie zu träumen gewagt. «Heute säumen rund 2500 Leute die Strasse, um den Umzug zu bewundern, an dem jeweils um die siebenbis achthundert Teilnehmer mitwirken.» Fan der Bürgler Fasnacht Am letzten «Narräschmaus» verkündete Walter Strasser nach fast vierzig Jahren seinen Rücktritt als Zugpferd des Anlasses. «Sicher drei Monate vor der Fasnacht gehen wir schwanger mit Ideen, Aufgaben und der vielen Arbeit, die hinter dem Anlass steckt. Mich hat das zuletzt brutal unter Druck gesetzt und das will ich nicht mehr», gibt Walter Strasser unumwunden zu. In Eric Droz, Präsident und Guggenchef der Schlosshüüler, hat er einen Nachfolger gefunden. Dass er und seine Kollegen auch zukünftig eine Schnitzelbank zum Narräschmaus beisteuern, schliesst Walter Strasser nicht aus. Umso mehr überrascht seine Aussage, dass er eigentlich kein grosser Fasnächtler ist. «Ich bin aber ein sehr grosser Bürgler Fasnächtler», schwärmt er. GZA/AZA 8583 Sulgen Post CH AG Adressberichtigung melden! Amtliches Publikationsorgan für Sulgen, Bürglen, Kradolf-Schönenberg, Erlen, Anzeiger für Birwinken und Hohentannen. Redaktion und Verlag: Steinackerstr. 8, 8583 Sulgen, Tel. 071 644 91 00, E-Mail redaktion@neueranzeiger.ch, Aboservice: Telefon 071 644 91 00, E-Mail abo@neueranzeiger.ch, Inserate: medienwerkstatt ag, Steinackerstr. 8, 8583 Sulgen, Tel. 071 644 91 03, E-Mail inserate@neueranzeiger.ch

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